Burgruine

Schloßberg mit seiner Burgruine seit 2008 in die Liste "Bayerns schönste Geotope" aufgenommen

Um 1100 - Der älteste Teil der Burg wird durch Graf Berengar von Sulzbach erbaut (Gipfelburg mit einem turmartigen Wohngebäude, einem kleinen, ummauerten Vorhof und einer vorgelagerten Schildmauer).

Der sogenannte Hungersturm entsteht um 1200. Es ist eine zusätzliche, außerhalb der eigentlichen Burganlage gelegene Befestigung zur Abwehr von Angreifern.

Die Feste hatte mehr als nur eine Funktion. Zunächst einmal stellte sie ein Bollwerk gegen Angriffe aus Richtung Osten - dem Böhmischen - dar. Als gräfliche Grenzburg oblag ihr genauso die Sicherung wichtiger Verkehrswege und einer kontrollierten Siedlungstätigkeit.

Gerade im Zusammenhang mit dem "Landesausbau" ist auch die Eigenschaft als Verwaltungssitz zu sehen. Von hier aus ließ sich die Herrschaft über Land und Leute sicherstellen. Immerhin reichten die Grenzen des "Pflegambts" bis kurz vor die Tore von Vohenstrauß, Weiden, Neustadt/WN oder Bärnau.

Siebzehn mal wechselte im Laufe der Jahrhunderte das Eigentum an der mächtigen Burg. Der wohl bekannteste Besitzer war Kaiser Friedrich Barbarossa. Er erwarb die Anlage, nachdem Graf Gebhard II im Jahr 1188 ohne männlichen Nachfolger verstarb. Ob der Kaiser mit dem roten Bart allerdings persönlich in Flossenbürg weilte, bleibt zu bezweifeln. Zumindest ließ es sich bislang nicht nachweisen.

Ausschnitt aus der Karte des Amtes Flossenbürg

Aufnahme von 1600/1601

Trotz der eigentlich neutralen Stellung des Landstrichs brachte der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) Verwüstungen und Plünderungen mit sich. Stationierte oder durchmarschierende Truppen beider Seiten "bedienten" sich ungeniert. Die Burg war zeitweise mit einer Besatzung versehen und sollte als Zufluchtsstätte für die Bevölkerung dienen. Allerdings versteckte man sich lieber in den Wäldern, als auf den fragwürdigen Schutz einer Handvoll Soldaten zu bauen.

1634 war es soweit, der endgültige Niedergang begann. In der Burg einquartierte Dragoner des Leibregiments von "Herzog Bernhard von Sachsen" - er war mit den Schweden verbündet - steckten im Sommer 1634 bei ihrem Abzug "das ziemlich feste Schloß- und Berghaus" in Brand. Es war quasi der Anfang vom Ende. Von der Burg ging von nun an kaum noch ein Einfluß aus, die Pfleger suchten sich in Vohenstrauß oder später im Nachbarort Floß einen gemütlicheren Sitz.

Ansicht der Ruine Flossenbürg aus dem Jahr 1660

Der Verfall schritt rasch voran. Das Bollwerk bot die günstige Gelegenheit, an bereits bearbeitete Quadersteine zu gelangen. Sie dienten nicht nur als Material für die örtlichen Häuser, selbst der Turm der Michaelskirche in Weiden wurde mit Granit von der Burg erbaut. Herabstürzendes Gestein, Geröll und Erde ließen die ehemals mächtige Anlage immer mehr verschwinden.

A: Turmartiges Wohngebäude
B: Kleiner ummauerter Vorhof
C: Vorgelagerte hohe Schildmauer
D: Ummauerter äußerer Burghof
E: Quermauer
F: Batterieturm
G: Abgetrennter Wohn- und Wirtschaftskomplex
H1 und H2: Zweigeteilter innerer Burghof
J: Mehrgliedrige Toranlage
K: Burgweg
L: Außerhalb des Mauerberinges gelegener quadratischer Turm

Ausschnitt aus einer Bildkarte über die Wälder

Aufnahme von 1681

Anfang der achtziger Jahre erwachte das Gemäuer aber wieder zu neuem Leben. Was mit einfachen "Verkehrssicherungsmaßnahmen" begann, entwickelte sich im Laufe eines Jahrzehnts zu einer vorbildlichen, auch von Fachleuten gelobten Arbeit.

Aufwendige Ausgrabungen und Restaurierungen brachten ungezählte Details ans Tageslicht. Das reicht von Mauerfundamenten über Fußbodenbeläge, Tür- und Fenstergewände bis hin zu regelrechten "Sensationen". Dazu zählten beispielsweise ein Kellergewölbe, Fragmente eines Backofens, eine Brunnenanlage oder das dritte Eingangstor.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, keine "Geschichtsfälschung" zu betreiben. Für wieder hergestellte Mauern oder Bögen kamen nur Steine in Frage, die sich auch dort befanden und die vor allem auch paßten. Es gab also keine Phantasie-Nachbauten.

Trotz allen Grabungsaufwandes, einige Geheimnisse ließ sich die Hohenstaufenfeste nicht entlocken. Nach wie vor unentdeckt blieben zwei sagenumwobene Geheimgänge. Angeblich sollen sie vom Schloßberg aus zu den benachbarten Burgen am "Haselstein" und am "Schellenberg" geführt haben. Wobei in dem Zusammenhang aber die Phantasie wohl eine größere Rolle spielt als die Realität. Solche Verbindungen, noch dazu über so lange Strecken, ließen sich selbst heute und mit modernster Technik nur schwerlich anlegen.

Ganz eindeutig in das Reich der Sagen gehört die Geschichte vom verborgenen Schatz. Eine "weiße Frau" wartet darauf, daß jemand die schwere Truhe hebt und sie damit erlöst. Allerdings darf bei dem Unterfangen kein Wort gesprochen werden. Einmal war es fast soweit, ein Landmann wollte die Kiste mitnehmen. "Die soll der Teufel heben", entfuhr es ihm, als ihm der Versuch wegen des enormen Gewichts mißlang. Seitdem wartet die "weiße Frau" auf weitere Schatzsucher - bislang allerdings vergebens.

Burgwehr

Die Burgruine ist ganzjährg geöffnet.
In der Orstmitte nahe des Kiosk beginnt der Aufstieg für den man ca. 10 min. braucht. Vom Aussichtsplateau bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Mittelgebirgslandschaft des Oberpfälzer Waldes.

Das Buch "Die Ruine Flossenbürg" von Dr. A. Boos ist bei der Gemeindeverwaltung für 6,00 Euro erhältlich und kann auch telefonisch oder per E-Mail angefordert werden.
Kostenpflichtige Führungen für Gruppen werden nach Voranmeldung von Frau Larissa Sailer Telefon 09603/531 angeboten.

In der Ortsmitte befindet sich das Burg- und Steinhauermuseum. Nähere Informationen finden Sie hier...

Das Haus der Bayerischen Geschichte hat im Rahmen seiner diesjährigen Landesausstellung "Adel in Bayern" auf seiner Website ein Burgen-Portal eingerichtet.
In der ersten Ausbaustufe werden hier die 150 wichtigsten Burgen in Bayern mit ihrer Geschichte, Baugeschichte, Bildern, Plänen, Grundrissen von dem renommierten Burgenforscher Joachim Zeune vorgestellt.

Internet: www.burgen.hdbg.de

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